Newsletter Februar 2008
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Elternreise 26.12.07 - 17.1.08
Zu dem Zeitpunkt, als es klar war, dass ich nach Neuseeland
gehen werde, beschlossen mein Vater und meine Schwester,
mich dort besuchen zu kommen. Anfänglich eher ein ferner
Gedanke und nach einem Kampf um 4 Wochen Urlaub eine Menge
Planung, wurde alles doch ziemlich ernst, als die beiden
am Heiligabend ins Flugzeug stiegen. Natürlich waren
sowohl sie, als auch ich mehr als gespannt und voller Vorfreude,
denn eine tolle Zeit sollte uns erwarten!
Nach einem recht anstrengenden Flug kamen beide am 26. Dezember
2007 hier in Nelson heil an und wurden von mir mit einer
stürmischen Umarmung empfangen. Das war schon toll,
denn wir haben uns alle schon ein halbes Jahr nicht mehr
gesehen und natürlich blieben die andere Frisur und
die neue Brille nicht unbemerkt. Erst mal frisch gemacht,
ging es dann auf zu meiner Gastfamilie, bei der wir zum
Abendessen eingeladen waren, was ein recht lustiges Erlebnis
war, da man sich hauptsächlich mit Händen und
Füßen verständigte.
Wir haben insgesamt 3 Tage in Nelson verbracht, bevor wir
uns aufmachten, die Südinsel zu erobern. Zum Glück
wollten die beiden diese nicht mit Ausschlafen bzw. Ausspannen
verbringen, nein, sie waren voller Abenteuerlust, was mich
nur positiv bestätige. So hatten sie genügend
Zeit, sich ein gutes Bild von Nelson zu machen: Ich zeigten
ihnen meine Schule, die Innenstadt, die Mall in Richmond,
sowie den Strand in Tahunanui und New World und abschließend
wanderten wir zusammen auf den Barnicoat Hill, um die tolle
Aussicht zu genießen und Nelson sozusagen einmal von
allen Seiten gesehen zu haben. Das war richtig klasse, denn
so konnte ich sie aktiv an meinem Leben hier in Neuseeland
auf eine Weise teilhaben lassen; wir trafen viele Freunde
von mir, denen ich sie vorgestellt habe und sie wurden einfach
vertraut mit der Kiwi-Lebensweise.
Dann ging es los. Unser erstes Ziel hieß Abel Tasman.
Kajakfahren und Wandern standen auf dem Programm, bevor
wir die Nacht auf einem Boot verbrachten – auf jeden
Fall ein Erlebnis! Wir hatten eine längere Wanderung
am folgenden Tag und kehrten abends in unsere tolle Unterkunft
in Collingwood ein. Denn Reiten am Strand stand am nächsten
Tag auf dem Programm. Auch dies war ein lustiges Erlebnis
und da es für meinen Vater eine noch unentdeckte Leidenschaft
war, ein kleiner Vorgeschmack des Nervenkitzels der uns
auf dieser Reise stetig begleitete.
Westport, Punakaiki und Hokitika hießen unsere Ziele
an der Westküste. Aufgrund der etwas langen Fahrtzeit
stoppten wir immer mal wieder für einen kleinen „Walk“
in einem der Nationalparks, wie dem Truman Walk, der bis
hinunter zu einer der Strände führt. Natürlich
hatten wir auch einen längeren Stop in Hokitika, der
Jadehauptstadt Neuseelands, um einen der exklusiven Jadesteine
zu erwerben.
Sodann ging es zu den weltberühmten Gletschern, Franz-Josef-Gletscher
und Fox-Gletscher, die – auch wenn deutlich abgeschmolzen
in den letzten Jahrzehnten – sehr eindrucksvoll waren,
da sie bis in den Regenwald hinunter reichen.
Weiter im Süden verbrachten wir ein paar Tage in Queenstown
und Te Anau. Queenstown, auch bekannt als „touristisches
Zentrum von Neuseeland“ trägt diesen Namen bei
Weitem zu Recht. Den Bungysprung nicht gewagt, haben wir
unseren Tag hier mit Wildwasserraften verbracht. Sehr sehenswert
ist in dieser Gegend auf jeden Fall der Fjordland-Nationalpark;
kulissenartige Berge und Seen sind hier anzutreffen.
Über einen kleinen Umweg von ca. 200 km haben wir die
Fahrt von West nach Ost nicht auf dem State Highway gemacht,
sondern sind auf kleineren Straßen durch die so genannten
„Catlins“ gefahren, der südlichsten Region
der Insel. Hier war es so windig, dass sogar die Bäume
schräg wuchsen. Und schräg kamen wir uns auch
in Dunedin vor, als wir die steilste Straße der Welt
einmal rauf und runter gelaufen sind.
Ironischer Weise kehrten wir genau am Todestag von Sir Edmund
Hillary von unserer Wanderung am Mount Cook zurück,
denn hier hatten wir die vorherige Nacht verbracht. Morgens
genossen wir noch unser chinesisches Frühstück
und von dem Zeitpunkt unsere Rückkehr an, die ganze
Welt – oder zumindest die kleine Welt hier in Neuseeland
– hatte sich komplett verändert. Dieses Ereignis
hatte einen nicht gerade kleinen Effekt auf die Stimmung
hier und so lasen wir in Christchurch, Kaikoura und Nelson
die Schlagzeile wieder und wieder.
Zwei weitere Höhepunkte unserer Reise waren das Maori
Heritage Village, wo wir an einer Show mit Musik, Schauspiel
und Tanz (und Essen!) teilhaben konnten und das Schwimmen
mit Delphinen. Ein wohl unbeschreibliches Erlebnis.
Das ist also ein kleiner Einblick in unsere Reise. Faszinierend
ist auf jeden Fall die stetig (täglich!) wechselnde
Landschaft Neuseelands, nicht nur von Schafen zu Kühen
und Geißen oder Hirschen (die auch ab und zu auf unseren
Tellern landeten), sondern von Regenwald zu trockener, steppenartiger
Graslandschaft oder weitflächigen Ebenen und Schneelandschaften.
Natürlich haben wir noch ein paar andere Dinge erlebt,
sowie viele einfach aus der Situation heraus lustige Erlebnisse,
auf die ich wirklich niemals hätte verzichten wollen.
Es war ein bisschen schwer, die beiden wieder gehen zu lassen,
vor allem da wir in Nelson nicht mehr ganz so viel Zeit
zum Abschied nehmen hatten. Erste Priorität hatten
noch das Besorgen der letzten Souvenirs, sowie ein Kiwi-Haarschnitt.
Doch was wäre eine schöne Zeit auch ohne ein Ende?
Und da meinem Ende Neuseelands zwar glücklicherweise
noch ungefähr 10 Monate entgegen stehen, werde ich
sehr froh sein, alle zu Hause wieder zu sehen und als richtiger
Kiwi meinen Platz in der Familie einzunehmen.
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