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Newsletter Juni 2007

Internatsbericht Flo

Was haben Harry Potter, Hanni & Nanni, Prinz Harry, die Schauspielerin Emilia Fox, der Sänger Patrice und unser internationaler Schüler Florian Schulz wohl gemeinsam?
Ganz klar! Alle sechs haben einen Teil ihrer Schullaufbahn in einem Internat verbracht. So absurd und irreal kann es dann doch gar nicht sein, oder? Anders, da stimmt auch Flo zu, das ist es auf jeden Fall. Aber ist ein Jahr im Ausland nicht gerade dazu da? Anderes zu entdecken?
Genau aus diesem Grund hat sich der 16-Jährige Ahrensburger (in der Nähe von Hamburg) entschieden, sechs Monate im Internat des Nelson College for Boys in Neuseeland zu verbringen.
Das Internat befindet sich direkt auf dem weitläufigen Gelände der Schule und besteht aus drei verschiedenen Häusern. In diesen sind jeweils um die 60 Jungen ab 13 Jahren während des Schuljahres daheim. Die Jungen sind aus unterschiedlichen Gründen dort. Einige sind internationale Schüler wie Flo, wobei die meisten von ihnen aus dem asiatischen und pazifischen Raum kommen. Andere wohnen zu weit weg und sind oft wegen Sport- oder akademischen Stipendien an das College gekommen.
Nach Altersstufen in Häuserflügel aufgeteilt, bekommt jeder Internatsschüler ein eigenes „Zimmer“, was jedoch recht klein ist und bloß durch einen simplen Vorhang abgetrennt wird. Dafür ist der Aufenthaltsraum dann um so größer und sehr gut und modern ausgestattet. So kann Flo mit den Anderen in seiner Freizeit unter anderem an der Playstation daddeln, kickern oder einfach vor dem Fernseher entspannen.
Den größten Bonus am Internatsleben kann er ganz leicht nennen: der schnelle und unkomplizierte Kontakt zu Gleichaltrigen, die immer da sind für ihn.
Auch wenn die Regeln auf den ersten Blick recht streng erscheinen mögen, ist das frühe Aufstehen für Flo das Schlimmste im Internat. Denn obwohl die Unterrichtsräume nur einen Katzensprung entfernt sind, wird Frühstück schon um 7 Uhr aufgetischt, ganze 1 ¾ Stunden vorm Schulbeginn, da kann es schon einmal passieren, dass diese Mahlzeit ausfällt...
Ansonsten wird die Zwischenzeit zum Fertigmachen genutzt, denn um halb neun werden die Internatstüren geschlossen. Nach drei Unterrichtsstunden gibt es dann um 12:15 Uhr warmes Mittagessen im Internatsgebäude. Dieses besteht immer aus drei Gängen und zwar nicht nur der typische „Kantinenfraß“, sondern durchaus lecker und nahrhaft. Der Rest der Lunchbreak kann im Aufenthaltsraum oder draußen mit den restlichen Schülern verbracht werden. Nach den letzten zwei Schulstunden, also um drei Uhr nachmittags, hat Flo Freizeit, die er wie der Großteil der Jungs mit Schulaktivitäten, wie Fußball (zweimal wöchentlich) oder Stadtbummeln mit Freunden verbringt.
Um halb sechs geht das geregelte Internatsleben dann weiter mit dem Abendbrot-Buffet, zu dem alle anwesend sein sollen. Für die jüngeren Schüler beginnt um 18:40 Uhr die beaufsichtigte Hausaufgabenzeit, während die Seniors, wie Flo, in ihren Zimmern sein und sich ruhig beschäftigen müssen. Zwischen 20:15 und 22 Uhr gibt es noch einmal Freizeit inklusive „supper basket“ mit kleinen Snacks. In dieser Zeit können die „boarders“, wie die Internatsschüler in Neuseeland genannt werden, auch ihre Wäsche waschen und, falls ihr Jahrgang (meist 15 Jungs) mit Wochendienst dran ist, die gemeinsamen Küchen auf Vordermann bringen. Von Montag bis Freitag herrscht ab 22 Uhr für alle Jungs Bettruhe und die beaufsichtigenden Lehrer sammeln die Handys ein, obwohl, wie Flo mit einem Grinsen bemerkt, man schon seine Wege um Letzteres herumfinden kann.
Am Wochenende sieht der ganze Tagesablauf dann schon etwas anders aus. Unter Ausschlafen mag man sich etwas anderes vorstellen, aber immerhin gibt es Frühstück zwischen acht und neun Uhr. Der Tag ist frei von irgenwelchen Pflichten, nur Abendbrot ist zur gewohnten Zeit bereitgestellt. Die Tatsache, dass Flo im Vergleich zu vielen seiner Nicht-Internats-Freunden auch am Samstag schon um Punkt 23 Uhr zu Hause sein muss, findet er zwar nicht optimal, doch ist er ja nicht der Einzige und so lässt es sich auch ganz gut mit den anderen Internatjungs im Haus aushalten.
Beaufsichtigt werden die Jungs von einem Lehrer sowie dem Hausmeister und dessen Familie, die im selben Haus wohnen. Außerdem ist jedes der drei Häuser mit Bewegungsmeldern und Hunden gesichert.

Fragt man Flo, was ihm im Allgemeinen noch so an dem Schulleben hier in Nelson gefällt, kommt als prompte Antwort „die Sportmöglichkeiten“. Normaler Sportunterricht ist, eventuell liegt es auch an der Abwesenheit der Mädchen, viel härter und bindet den schuleigenen Pool, die Tennis-, Rugby-, Basketball- und Fußballplätze mit ein. Außerdem gibt es für die Internatschüler auch noch die Häuserwettkämpfe, in denen das ganze Jahr über Punkte gesammelt werden können, ähnlich wie bei Harry Potter in Hogward’s.

Bereut hat Flo seine Wahl, ins Internat zu gehen, noch kein einziges Mal und das ist wohl noch eine Gemeinsamkeit, die er mit Harry, Ron, Patrice, Hanni und Nanni teilt. Denn alle sind sich einig, Internate sind auf den ersten Blick zwar „total anders“, aber eine super Gelegenheit, Freunde zu finden, gemeinsam Spaß zu haben und etwas ganz Neues zu erleben.

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