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Newsletter Februar 2008

Mission: Schafe

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Zwei Monate Sommerferien, das klingt unglaublich toll. Nur was, wenn man keinen Plan hat, wohin mit der Zeit. Neuseeland, das Land der Schafe, aber wo sind die Viecher, von denen es im Kiwi-Land angeblich mehr gibt als Menschen. In Nelson sieht man Schafe nicht besonders häufig… Wir beschlossen also, sie zu suchen und verbrachten einige Zeit auf einer Farm in Blenheim, im Pine Valley bei Lloyd und Val Mapp. Für sieben Tage sollten fünf Hirtenhunde unseren Tag begleiten.
Lloyd und Val erzählten uns, dass wir zu einer ungünstigen Zeit gekommen wären, weil für drei Tage Lämmer scheren auf dem Plan stand. Wir fanden, es war eine total tolle Zeit. Am Anfang verbrachten wir unsere Zeit damit, 1.800 Schafe nach schmutzig und sauber zu sortieren, was mehr Arbeit macht, als wir uns jemals vorgestellt hatten, denn sortiert wird per Hand und Schafe sind nicht nur schnell, sondern auch schwer.
Natürlich hat das Wetter uns im Stich gelassen: Der erste Regen seit einem Monat kam am Abend vor dem Scheren, so dass die Lämmer in einen trockenen Unterstand getrieben werden mussten. Nasse Wolle lässt sich nicht gut lagern…
Am nächsten Morgen ging es dann los. Um halb acht standen drei Schafscherer auf der Matte und wir hatten einen langen Tag vor uns, da die Wolle gleich sortiert werden muss, nachdem sie abgeschoren wurde. Man unterscheidet zwischen kurzer, schmutziger und langer Fleecewolle, wobei letztere die beste Qualität hat.
Besonders beeindruckend war für uns der Tagesablauf eines Schafscheres, der mit Frühstück beginnt, mit Morning Tea weitergeht, über Lunch und Afternoon Tea und schließlich mit Dinner endet. Nicht, dass sie das Essen selbst mitbringen müssen, nein, das wird von den Farmern bereitgestellt.
Höhepunkt des dreitägigen Scherens war es, den Rasierer einmal selbst in die Hand nehmen zu dürfen. Gar nicht so einfach, wie das aussieht. ;o) Und während der Topscherer Dominic für ein Schaf bewundernswerte 71 Sekunden braucht (pro Tag schert der mal eben 270 Schafe!), hatten wir es nach einer halben Stunde immer noch nicht über die Schafscherer Dominic
Schulter hinausgeschafft.
Schon schlimm, wie die Lämmer nach dem Scheren aussehen…
Jeder Tag brachte ein neues Abenteuer, wie zum Beispiel der Versuch, ein Flüsslein mit dem Auto zu durchqueren. Problem dabei war, dass es ein paar Tage zuvor geregnet hatte und es große Steine flussabwärts getrieben hatte. Folge: Wir blieben mit dem Jeep im Fluss stecken und mussten eine Rettungsaktion mit dem Traktor starten. ;o)
Nachdem wir fast die ganzen Stadien von dreckiger Schafswolle bis zur richtigen Wolle, wie wir sie kennen, kannten, war es für uns ziemlich interessant, wie Wolle gesponnen wird. Val zeigte uns, wie man aus Schafswolle einen strickbaren Faden macht. Und wir fanden, es ist schwerer als man denkt.

Das war unser Farmaufenthalt. Nur schade, dass Lloyd und Val die Farm verkaufen wollen. Aber es gibt ja noch ganz viele andere Farmen in Neuseeland und es ist auf jeden Fall eine gute Erfahrung!

Como & Charlotte

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